4671706 Ruth Lion – Ein Leben zwischen Konzentrationslager und Dorfgemeinschaft

10. März 2014 um 13:06 | Veröffentlicht in Film | Hinterlasse einen Kommentar

4671706Ruth Lion kehrte 1945 aus den Ghettos und Konzentrationslagern zurück in das Dorf Momberg in Oberhessen. Sie war die einzige von etwa 200 Juden, die vor 1933 in diesem kleinen Ort gewohnt hatten. Einigen war die Flucht gelungen- die übrigen Gemeindemitglieder, fast alle ihre Verwandten, wurden ermordet. Ruth Lion lebte seit 1945 wieder in ihrem Elternhaus und war für den jüdischen Friedhof verantwortlich. Dort hat sie 1946 einen Stein setzen lassen, der an ihre Verwandschaft erinnert. Ruth Lion berichtet über das Zusammenleben zwischen Juden und Christen in ihrem Dorf vor 1933, von gemeinsamen Lebensbereichen und von denUnterschieden. Ihre Eltern hatten eine kleine Matzefabrik, ein bisschen Landwirtschaft und einen Laden für den landwirtschaftlichen Bedarf. Schon früh brach sie in die Stadt auf, um der Enge des Dorflebens zu entkommen. Sie lebte in Paris, bis sie 1936 nach Deutschland ausgewiesen wurde, weil ihr Pass abgelaufen war. Danach konnte sie nicht mehr ausreisen, weil die deutschen Behörden ihr den Pass verweigerten. Kurz nach ihrer Hochzeit wurde sie mit ihrem Mann nach Riga deportiert. Ihr Bericht aus der Zeit im Ghetto und im Lager bleibt sehr pauschal, nur einige Episoden schildert sie mit ungebrochener Nähe zum Grauen des Erlebten.

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